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Glückliche Rabeneltern

Dürfen Kleinkinder mit auf ein Dorffest? / Foto: Pixabay
Dürfen Kleinkinder mit auf ein Dorffest? / Foto: Pixabay

Was ist für das Kind das beste?

Hattet ihr das auch schon mal? Eine völlig fremde Person kommt auf euch zu und maßregelt euch in Bezug auf euer Kind?
Mir ist genau das jetzt am Wochenende passiert.
Mama und Papa waren mit dem Kind und einem gemeinsamen Freund auf dem Volksfest. Wir haben uns schon sehr lange auf dieses Fest gefreut, da eine Band auftreten wird, die wir gern mal Live sehen wollten. 

Ich hatte die Band schon mal für deren Werbepräsenzen fotografiert. Drei der Bandmitglieder kannten wir auch persönlich – einer wohnt sogar bei uns um die Ecke- Aber Live auf der Bühne durften wie die noch nicht genießen. Umso größer war die Freude auf das Fest.

Wir hatten Lilli mitgenommen, da wir sie nicht immer weggeben wollen. Anfangs war es ihr im Festzelt zu laut. „Raus gehen?“ fragte sie immer wieder. Wir haben schon überlegt, wieder zu gehen. Drei Lieder wollte ich mir gern anhören. Dann wäre ich mit ihr gegangen und Papa und unser gemeinsamer Freund wären geblieben. So hatte ich es Lilli gesagt und sie saß lieb da und hat gewartet und Gummibärchen gegessen 😉 Doch dann fing es scheinbar an, ihr zu gefallen. Auch sie plötzlich ihren Spaß. Sie klatschte und tanzte. Sie saß mal oben auf Mamas Schultern. Wollte mal in den Wagen zurück. Dann wieder auf Mamas Schultern. Dann wieder tanzen. Mama, Papa und der gemeinsame Freund tanzten um den Kinderwagen und sangen die Lieder laut mit 😀 

Es war so schön. ♥

Wenn sich Fremde in die Erziehung mischen

Wir wollten gern bis kurz nach Mitternacht bleiben. Ich hatte am nächsten Tag Geburtstag und wir wollten reinfeiern. Kurz nach 23 Uhr kam eine völlig fremde Frau auf mich zu und sprach mich mit einem forschen Ton an: „Entschuldigen Sie. Ich bin selbst Mutter von dreijährigen Zwillingen. Meinen Sie nicht, dass das Kind ins Bett gehört und nicht in so ein lautes Zelt? Als ganz ehrlich – Ihr Kind tut mir leid.“ Sie drehte sich um und ging zurück zu ihrer Freundin. Ich war in dem Moment wie vor den Kopf gestoßen. Mein Kind hatte sichtlich Spaß. Ja, es ist schon spät. Aber es passiert ja auch nicht jede Woche. Und ja, es ist laut, aber ich hatte ja überlegt, zu gehen. Bis sie plötzlich Spaß hatte. Somit sind wir geblieben. Aber was bildet sich die Frau ein? In einem Freundlichen Ton, wäre es vielleicht noch ok gewesen. Wobei ich persönlich es unmöglich finde, sich in die Erziehung anderer einzumischen. Aber in dem Ton. Es war wie eine Moralpredigt. Aber doch nicht von einer Fremden? Im Nachhinein hätte man vielleicht antworten sollen: „Wissen Sie, was hier scheinbar alles nicht ins Zelt gehört?“ Aber das wäre vermutlich zu weit unter der Gürtellinie gewesen.

Meine Stimmung war anfangs etwas getrübt. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich deswegen jetzt eine schlechte Mutter bin?! Bin ich jetzt eine Rabenmama, weil ich mich Kind auch mal mit zu so einer Veranstaltung nehme? Ein oder zwei mal im Jahr!

Nein, ich denke nicht!

Aber Papa und unser gemeinsamer Freund gaben Sich Mühe, dass die Laune wieder besser wurde. Kurz nach Mitternacht gelang es Ihnen auch. Kurz nach Mitternacht kam dann die Ansage von der Band: „Wir machen das sonst nicht mit Glückwünschen auf der Bühne. Aber heute hat eine liebe Freundin von uns Geburtstag. Die Lisa. Sie hat unsere Fotos für die Band gemacht und nun möchten wir ihr herzlich gratulieren.“ Und dann haben sie ein Geburtstagslied gesungen. Nur für mich. Ich war sprachlos. Denn, was Mama nicht wusste: Papa war zwischendurch hinter die Bühne verschwunden. Er hatte mit der Band gesprochen, ob es möglich ist, ein Geburtstagslied zu singen. Wahnsinn. Danke für den tollen Abend! ♥ Lilli hatte es geschafft, ca. 23:45 Uhr bei der Musik einzuschlafen 😉

Es gibt nur Eins, was zählt: GLÜCKLICHSEIN!
Und das bin ich. Eine Glückliche „Rabenmama“ 😉
Danke Papa. Danke Lilli. Danke Band. ♥