„Mental Overload"

Warum sind Mütter immer so geschafft?

Geht es euch auch so? Als Mama ist man irgendwie immer Müde. Egal, ob nach dem Aufstehen, nach dem Feierabend oder mitten am Tag. Aber woran soll das denn liegen? Ich habe letztens einen interessanten Beitrag gelesen, in dem das „Problem“ erläutert wurde. Und ich muss sagen, es stimmt.
Als Mama habe ich den ganzen Tag zu tun. Immer. Auch wenn ich das Glück habe, dass mein Freund mir im Alltag vieles Abnimmt, wie Einkaufen zum Beispiel. Dennoch arbeite ich ohne Pause. Denn wenn der Körper mal zur Ruhe kommt, arbeitet mein Kopf weiter. Abends auf dem Sofa bei einem gemütlichen Film bestelle ich online noch schnell einen Schneeanzug für meine Tochter, schreibe den Einkaufszettel für den nächsten Tag oder überlege, was wir der Schwester meines Freundes zum Geburtstag schenken können. Ich denke darüber nach, wann wir das nächste Mal beim Kinderarzt bestellt sind, ob im Kindergarten noch genügend Windeln und Wechselsachen sind.
„Mental Overload“ – unsichtbare Arbeitsbelastung oder emotionale Arbeit / Foto: Pixabay
Unsichtbare Arbeitsbelastung oder emotionale Arbeit – man kann es auch als „Mental Overload“ nennen. Dafür gibt es viele verschiedene Bezeichnungen. Neben den ganzen Dingen, die im Alltag erledigt werden (müssen) wie Wäsche waschen, legen und bügeln oder das Bringen und Holen aus dem Kindergarten, gibt es viele „unsichtbare“ Faktoren, damit das Familienunternehmen richtig läuft. Es gibt unzählige Dinge, die nebenbei mit bedacht, gemerkt und später ebenfalls erledigt werden müssen. Meist ist genau dafür Mama – also ich – zuständig. Das waren Mütter ja schon immer. Und sie werden es auch heute noch. Es sind Dinge, die erst auffallen würden, wenn Mama sie vergisst. Wir Mamas wissen, so die Lieblingshose im Schrank liegt oder wann wer den nächsten Arzttermin hat. Wir wissen, mit wem unser Kind zurzeit am liebsten spielt und was unseren Partner gerade bedrückt und sprechen die beiden mit großem Interesse darauf an. Mamas packen das Geburtstagsgeschenk für die Kita-Freundin ein, welches wir vorher noch schnell zwischen Feierabend und Kind abholen besorgt haben. Das alles passiert bei uns Mamas schon fast automatisch. Wir möchten unserer Familie ja schließlich etwas Gutes tun. Außerdem: Wenn ich mich nicht darum kümmere, wer tut es denn dann? Und das ganze jetzt lang und umständlich erklären? Da kann ich es auch gleich schnell selbst machen. Und so erledigen wir täglich unzählige Sachen, die ungesehen bleiben.

Diese ganzen kleinen unsichtbaren Dinge, jede familiäre Emotion zu spüren und zu berücksichtigen, sich ständig zu sorgen und an alles zu erinnern, hinterlassen ein enormes mentales Gewicht und machen uns platt. Um dem entgegenzuwirken, müssen wir lernen diese emotionale Arbeit abzugeben und darüber reden. Mit dem Partner, Freunden und mit dem Rest der Familie.

Glückliche Familie: Mama, Papa und Kind gehen spazieren
„Warum sagst du denn nichts?“ wird wohl die weit verbreitetste Antwort der Männer sein. Mein Freund reagierte auch so. Und es stimmt. Warum sage ich nichts? Weil ich eigentlich will, dass er es selbst bemerkt. Weil ich will, dass er die emotionale Arbeit selbst erkennt und mir von alleine zur Hand geht. Er soll bei Dingen helfen, die man eigentlich gar nicht bemerkt? Nun widerspreche ich mich scheinbar selbst. Es ist noch nicht einmal böse gemeint, wenn MANN bei den emotionalen Arbeiten nicht hilft. Es sind schließlich Dinge, die ich nebenbei mache. Und ich muss endlich reden, anstatt mich dauerhaft zu ärgern. Ich muss lernen, bewusst abzugeben. Und das sollten alle Mamas, die sich angesprochen fühlen ebenfalls. In welchem Umfang ihr die Dinge abgeben wollt oder könnt, müsst ihr selbst entscheiden. Doch bedenkt eins: Jede Aufgabe, die wir aus unserem Kopf streichen können, auch wenn sie sehr klein ist, entlastet uns Mamas enorm. Und das ist sehr wichtig. Für uns. Für die Psyche und den Körper. Denn so bleiben wir die glückliche Mama und Partnerin, die sich unsere Familie wünscht. ♥

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